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Labor: Events 2014/15

Exotic Fantasies in 'Austrian' Art and Literature since the Baroque

Salon mit Belinda Kazeem, Lisl Ponger, Walter Sauer und Emma Wolukau-Wanambwa
Di 19. 05. 2015, 19.00


Während ihres Fellowships in Büchsenhausen setzt die Stipendiatin für Kunst und Theorie, Emma Wolukau-Wanambwa, ihre Arbeit an einem Bewegtbild-Projekt fort, das sie 2012 begonnen hat. Darin erforscht sie die weitgehend vergessene Geschichte der 30.000 europäischen Flüchtlinge, die in Flüchtlingslagern in Ostafrika während und nach dem Zweiten Weltkrieg lebten.

Sie befasst sich außerdem mit der Frage, wie diese bis jetzt nahezu unsichtbare Begebenheit Teil einer längeren Geschichte utopischer europäischer Ansiedlungen in dieser Region Afrikas darstellt – zu denen auch das „Freiland-Projekt” gehört, das geistige Kind des österreichischen Wirtschaftswissenschaftlers Theodor Hertzka (1845–1924), der eine ideale Gesellschaft als europäische Siedlungskolonie im heutigen Kenia gründen wollte. Warum haben in der Geschichte so viele Europäer_innen Ostafrika als paradiesisch wahrgenommen? Woher stammt diese Idee?

An diesem Salon-Abend sollen Hertzkas Ideen und Weltsicht in einen größeren Kontext gestellt werden, indem seine Arbeit in einem Dialog mit anderen Darstellungen ,fremder‘ Kulturen und ,fremder‘ Länder in der österreichischen Kultur in den letzten 300 Jahren betrachtet wird.

Der Abend bietet Präsentationen über Theodor Hertzka und seine Vorstellung von Afrika, die sein Prosawerk von 1890 „Freiland“ vermittelt, über die veränderliche Darstellung der Taufe von Afrikaner_innen in der österreichischen religiösen Kunst, über den österreichischen Autor Peter Altenberg und das „Dorf der Ashanti“ im Wien des 19. Jahrhunderts sowie über die Konstruktion und den Konsum ‚exotischer Fremdheit‛ in der österreichischen Populärkultur. Und da sich das Selbst über die Artikulation des Unterschieds definiert („das Ich“ gegenüber dem „Nicht-Ich‟), werden die Vortragenden und das Publikum in der nachfolgenden Diskussion ausloten, was diese Darstellungen im Hinblick auf sich wandelnde Konzepte über Österreich und über das Österreichisch-Sein offenbaren.



Eine Veranstaltung im Rahmen der künstlerischen Investigation Of Houses and Death von Emma Wolukau-Wanambwa.

Belinda Kazeem ist Kulturtheoretikerin, Autorin und Künstlerin, Mitherausgeberin des Buches „Das Unbehagen im Museum. Postkoloniale Museologie“ (2009). Ihre Arbeiten basieren auf der Auseinandersetzung mit postkolonialer und Schwarzer feministischer Theorie. Sie kombiniert Theoriearbeit mit einer visuellen und textuellen Praxis und erforscht so die Zukunft, Gegenwart und Vergangenheit von Dekolonisierung.

Lisl Ponger arbeitet über Stereotype, Rassismen und Blickkonstruktionen an der Schnittstelle von Kunst, Kunstgeschichte und Ethnologie in den Medien Fotografie, Film und Installation. Sie lebt und arbeitet in Wien.

Walter Sauer ist Univ.-Professor am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Er war letzter Vorsitzender der österr. Anti-Apartheid-Bewegung und 1993 gemeinsam mit Elfriede Pekny und anderen Gründer des Dokumentations- und Kooperationszentrums Südliches Afrika (SADOCC). Veröffentlichungen zum österr. Kolonialismus in Afrika, Migration und zur Entwicklung des Südlichen Afrika, zuletzt "Expeditionen ins afrikanische Österreich. Ein Reisekaleidoskop" (Wien 2014).
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Gone Native, 2000 (c) Lisl Ponger