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Labor: Events 2014/15

Come un uomo sulla terra (dt. Wie ein Mensch auf Erden)

Filmvorführung & Diskussion mit dem Regisseur Dagmawi Yimer
Di 24. 03. 2015, 19.00


Der Film leiht in Rom lebenden, äthiopischen Flüchtlingen eine Stimme und eröffnet damit direkte Einblicke, wie Libyen mit der Unterstützung Italiens und der Europäischen Union auf brutale Weise versucht, die Immigrationsbestrebungen von Menschen aus Afrika zu kontrollieren.

Dag studiert Rechtswissenschaften in Addis Ababa in Äthiopien, als er sich im Winter 2005 aufgrund politischer Repressionen dazu entscheidet, sein Land zu verlassen. Er bricht zu einer beschwerlichen Reise durch die Wüste zwischen dem Sudan und Libyen auf. In Libyen angekommen wird er schnell in Gewalt und kriminelle Aktivitäten von Schmugglerbanden, die die Routen über das Mittelmeer kontrollieren, verstrickt. Die Situation verschlimmert sich: Dag wird von der libyschen Polizei aufgegriffen, die für eine Serie von Festnahmen und Massenabschiebungen verantwortlich ist. Trotz alldem schafft es Dag, das Meer zu überqueren und schließlich die italienische Küste zu erreichen. Er kommt nach Rom und besucht dort die informelle Schule des Vereins Asinitas Onlus – einer ersten Anlaufstelle für Migrant_innen aus Afrika, die von Freiwilligen koordiniert wird. Hier erhält er unter anderem die Möglichkeit, Grundlagen des Filmemachens zu erlernen. Durch diese Erfahrung inspiriert, beginnt er Zeugnisse anderer Leidensgenoss_innen zu sammeln mit dem Ziel, das Schweigen darüber zu brechen, welches Schicksal afrikanischen Migrant_innen widerfährt, wenn sie das Territorium des – damals von Gaddafi regierten – Landes Libyen durchquerten.

Come un uomo sulla terra ist eine Reise zwischen Schmerz und Würde, durch die Dagmawi Yimer seine Erinnerungen an undenkbares menschliches Leiden zum Ausdruck bringt, um eine tragische politische und humanitäre Situation anzuprangern, für deren Existenz Italien und die Europäische Union mitverantwortlich sind.

Der Film ist Teil des 2006 von Alessandro Triulzi initiierten Projekts Archivio delle Memorie Migranti, eine Zusammenarbeit von Asinitas Olus – Zentrum für die Bildung und Versorgung von Flüchtlingen, dem Filmemacher_innenkollektiv ZaLab und der Stiftung AAMOD – Archivio Audioviso del Movimento Operaio e Democratico.


Eine Veranstaltung in der Reihe In the Belly of Fascism and Colonialism von Annalisa Cannito
Eine Zusammenarbeit zwischen dem Künstlerhaus Büchsenhausen und dem Italien-Zentrum der Universität Innsbruck.


Dagmawi Yimer, geboren und aufgewachsen in Addis Ababa, verließ Äthiopien nach den Wahlunruhen 2005, im Zuge derer Hunderte junger Menschen ins Gefängnis gebracht und getötet wurden. Nach einer langen Reise durch die Libysche Wüste und das Mittelmeer landete er am 30.7.2006 auf der Insel Lampedusa. Nachdem er 2007 an einem Filmworkshop teilgenommen hatte, realisierte er mit fünf anderen Migranten in Rom den Film Il deserto e il mare (Die Wüste und das Meer). Anschließend entstand 2008 die Dokumentation Come un uomo sulla terra (Wie ein Mensch auf der Erde) in Zusammenarbeit mit Andrea Segre und Riccardo Biadene. Neben anderen Kurzfilmen drehte er 2009 den Dokumentarfilm C.A.R.A. ITALIA (Liebes Italien) und 2011 Soltanto il mare (Nur das Meer). 2011 koordinierte er das kollektive Filmprojekt Benvenuti in Italia (Willkommen in Italien) und führte bei einer der fünf Folgen Regie. Seit einigen Jahren lebt er mit Chiara und ihrer gemeinsamen Tochter Ester in Verona.


Come un uomo sulla terra (dt. Wie ein Mensch auf Erden)
Regie: Andrea Segre, Dagmawi Yimer in Zusammenarbeit mit Riccardo Biadene
Italien 2008, 60', Originalfassung mit deutschen Untertiteln
hp15dagmawilampedusa.jpg
Dagmawi Yimer auf Lampedusa während der Dreharbeiten für den Film Soltanto il Mare (2010) Dagmawi Yimer Copyright © 2015

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Weblinks:
http://nelventredelfascismo.noblogs.org/
http://www.uibk.ac.at/italienzentrum/index.html.de