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Labor: Events 2014/15

Start Up Lectures 2014/15

Bisan ABU-EISHEH | Annalisa CANNITO | Raja'a KHALID | Emma WOLUKAU-WANAMBWA
Fr 17. 10. 2014, 19.00


Die neuen StipendiatInnen des Internationalen Fellowship-Programms für Kunst und Theorie, die KünstlerInnen Bisan Abu-Eisheh (Palästina), Annalisa Cannito (Italien), Raja'a Khalid (Saudi-Arabien) und Emma Wolukau-Wanambwa (Großbritannien), beschäftigen sich in ihren jeweiligen Arbeitsvorhaben mit Fragen gesellschaftlicher Erinnerung, deren Formierung im globalen Norden maßgeblich von postkolonialen Amnesien geprägt wird.

Am Freitag, 17. Oktober 2014, um 19.00 finden in Büchsenhausen die sog. Start-Up Lectures statt. In diesem Rahmen werden die neuen StipendiatInnen sich und ihre Arbeit vorstellen und einen Ausblick auf das jeweilige Arbeitsvorhaben in den kommenden Monaten gewähren. Dieses Jahr wird mit diesem Event auch die Herbst-/Winterausstellung der StipendiatInnen eröffnet. Unter dem Titel Widerstand und Amnesie – Zur Formierung gesellschaftlicher Erinnerung werden sie jeweils eine aktuelle Arbeit zeigen, die im Zusammenhang mit dem geplanten Vorhaben in Büchsenhausen stehen. Diese Ausstellung kann bis Donnerstag, 18. Dezember 2014 besichtigt werden.



Bisan ABU-EISHEH: Spontaneous Archives

Bisan Abu-Eisheh (*1985) beschäftigt sich mit Identitätsfragen an Hand des Privatarchivs seines Vaters, der Schauspieler war und zu Beginn der 1980er Jahre in israelische Gefangenschaft geriet. Das mehr als dreißig Jahre alte Archivmaterial dokumentiert den Briefwechsel des Vaters mit Personen außerhalb des Gefängnisses während der Inhaftierung, beinhaltet aber auch Bilder und Schriften, die dieser nach der Freilassung mit anderen (ehemaligen) Gefängnisinsassen tauschte. Der Künstler richtet das Augenmerk in der Auseinandersetzung mit diesem Material nicht nur auf die Entfaltung einer Privatgeschichte sondern auf die gesellschaftlichen Normen, die politische Sprache, die Lebensumstände und die Ideologien dieser Menschen, die allesamt im Zusammenhang mit dem Wunsch nach Freiheit in einer Gesellschaft unter Besatzung betrachtet werden.


Annalisa CANNITO: In the Belly of Fascism and Colonialism

Annalisa Cannito (*1984) wird in Büchsenhausen ihre künstlerischen Investigationen zur Aktualität des Verhältnisses zwischen Faschismus und Kolonialismus in Italien und Europa fortsetzen. Dabei geht es nicht zuletzt darum, den Gründen diesbezüglichen Schweigens in öffentlichen Diskursen in Italien nachzuspüren und diese sichtbar zu machen. Zu diesem Zweck wird Cannito unter anderem mit MigrantInnen der ersten und zweiten Generation aus Libyen, Somalia, Eritrea und Äthiopien zusammenarbeiten.
http://www.nelventredelfascismo.noblogs.org


Raja'a KHALID: The Politics of Comfort

Raja'a Khalid (*1984) ist eine Künstlerin, die in Saudi-Arabien lebt. In ihrer gegenwärtigen Studiopraxis interessiert sie sich für gesellschaftliche Hierarchien des Raums, für historische wie gegenwärtige Ausformungen des "Ost-West-Dialogs", materielle Kultur und Konsumerismus, Formen künstlerischer Interventionen in Archiven und neuerdings auch für Erscheinungsformen und Rhetoriken sozialer Systeme. Ihr Vorhaben mit dem Arbeitstitel "Die Politiken des Komforts" wird sich in Büchsenhausen auf das Streben nach "körperlichem Komfort" als ein Paradigma des Modernismus und des Fortschritts konzentrieren. Dabei wird es nicht zuletzt um eine transnationale Investigation gehen, ob und wie gegenwärtige Auffassungen von "Komfort" auf imperiale Ursprünge und auf diplomatische Beziehungen zwischen unterschiedlichen Gesellschaften über Jahrhunderte hinweg zurückgeführt werden können.
http://www.minorhistories.org


Emma WOLUKAU-WANAMBWA: La mission Citroën‎

Emma Wolukau-Wanambwa (*1976) arbeitet seit 2011 an Recherchen zum Erbe des britischen Kolonialismus in Ostafrika. Insbesondere interessiert sie sich in diesem Zusammenhang für „mnemonische Technologien“, die während der Kolonialära in der Region eingeführt wurden (das sind Museen, Bücher, Staatsarchive), sowie für utopische Projekte der Ansiedlung europäischer Kolonien auf dem „leeren Land“ Afrikas: der „Freiland-Kolonie“ des Österreichers Theodor Hertzka und des Briten Alfred Wallace (1890) sowie der 1903 auf Vorschlag von Großbritannien angedachten Gründung des Staats Israel am Ufer von Lake Victoria. Diese Recherchen wird Emma Wolukau-Wanambwa in Büchsenhausen fortsetzen und an einer Fiktion über eine wahre Geschichte des zweiten Weltkriegs von 7.000 PolInnen und UkrainerInnen arbeiten. Diese wurden 1941 aus dem sibirischen Gulag über Teheran und die Indische Kolonie in das damalige Protektorat Uganda deportiert, wo sie ohne Kontakt zur dortigen Bevölkerung bis 1952 lebten.
http://www.wolukau-wanambwa.net