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Labor: Events 2014/15

Made in ... Büchsenhausen

Ausstellung im Rahmen der ORF-Langen Nacht der Museen 2014
Katharina Cibulka, Michaela Senn, Lizzy Fidler, Monika Groser, Elisabeth Schutting, Verena Schweiger, Michaela Senn, tON/NOt
Sa 04. 10. 2014, 18.00
Ausstellungsdauer: 06. – 10. 10. 2014


Die im Künstlerhaus Büchsenhausen arbeitenden Künstlerinnen aus Tirol stellen im hauseigenen Projekt- und Ausstellungsraum ihre aktuellen Arbeiten aus. Das Spektrum reicht von Malerei und Zeichnung über Rauminstallation bis zur Performance. Die Ausstellung, die auch heuer eigens für die ORF-Lange Nacht der Museen konzipiert wurde, gewährt einen Einblick in die vielfältige Kunstproduktion vor Ort.


Beteiligte KünstlerInnen:

Katharina Cibulka
Michaela Senn
Lizzy Fidler
Monika Groser
Elisabeth Schutting
Verena Schweiger
tON/NOt – interdisziplinäre Theaterformen


Ausstellungsdauer: 06. – 10. 10. 2014

Öffnungszeiten:
Mi u Do 14.00 – 18.00
(sowie nach Vereinbarung)
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Ausstellungsansicht Made in ... Büchsenhausen, 2014. Foto: Daniel Jarosch

Beteiligte KünstlerInnen und ihre Werke:


Katharina CIBULKA

Katharina Cibulka (Förderatelier 2014–17), *1975 in Innsbruck (A).
Lebt in Innsbruck, arbeitet in Innsbruck und Wien. 2004–10 Studium an der Akademie der bildenden Künste Wien; 2000/01 Studium an der Schule für künstlerische Fotografie Wien, 1999 Studium an der New York Film Academy.
Cibulka ist bildende Künstlerin, Filmemacherin, Projektentwicklerin, Mitbegründerin der Performancegruppe peek a corner und Mutter von zwei wunderbaren Kindern. Zahlreiche Projekte, Filme, Dokumentationen und Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland.
Diverse Preise und Stipendien: Förderpreis für zeitgenössische Kunst des Landes Tirol (2014), Förderpreis der Stadt Innsbruck für Fotografie/Neue Medien (2012), Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung (2010), Preis der Freunde der bildenden Kunst (2010), Emanuel und Sofie Fohn-Stipendium (2010) u.v.m.
http://www.katharina-cibulka.com

WE CERTAINLY DON'T DO IT FOR THE MONEY
Neonschriftzug, 12 x 200 cm, 2012

„Viele der Arbeiten von Katharina Cibulka decken vergessene, nicht allgemein wahrgenommene oder ignorierte Strukturen und Zusammenhänge auf. Oft handelt es sich um individuelle Schicksale, eingebettet in einen weiteren Kontext gesellschaftspolitischer Dimensionen und auch feministischer Fragestellungen. Persönliches konkretisiert sich ohne die wichtige Verantwortung zur künstlerischen Distanz zu verlieren. Katharina Cibulka ist eine aufmerksame Beobachterin von Lebensumständen und unaufgeregten/ belanglosen Situationen. Diese alltäglichen Spuren werden dechiffriert, mitunter verändert, letztendlich transformiert und zugänglich gemacht.

In We certainly don't do it for the money greift sie die Problematik der (Selbst-)Ausbeutung von KünstlerInnen auf. Leuchtendrot glänzt dieser Satz im Ausstellungsraum. Die Signalwirkung der Farbe in Kombination mit dem zittrig-flackernden Neon in handschriftlicher Typo ist programmatisch, sanft zynisch, zugleich mahnend. Die Neoninstallation verdeutlicht die Nähe von Katharina Cibulkas Kunst zu existentiellen Fragen. Narrative Reflexionen über – nicht immer nur – bedeutende Phasen, besonders in Biografien von Frauen, zeugen von tiefster Humanität und Hochachtung vor dem Leben.“
(Text: Heike Maier-Rieper)

Lizzy FIDLER

Lizzy Fidler (Förderatelier 2012–15) wurde in Hall in Tirol geboren. Sie ist Künstlerin, Kunsthistorikerin und unterrichtet an der PHT das Fach Kunst. Ihre künstlerische Arbeit umfasst Zeichnungen, Druckgraphik, Collagen und Malerei. Sie beschäftigt sich mit den Bedingungen des Raumes auf der Fläche.
http://www.lizzyfidler.at

Erinnerte Grenzlandschaft Österreich Tschechoslowakei #1, #2, #3
Öl auf Leinwand, 100 x 90cm, 2014

„Diese Arbeit beschäftigt sich mit Räumen, die ich in meiner Erinnerung gespeichert habe.
Nach Platon beruht jede Erkenntnis auf Erinnerung. Im Abendland waren in der Völkerwanderungszeit die begleitenden Tiere des Gottes Odin zwei Raben, Hugin und Munin, was so viel wie ‚der Denkende’ und ‚der Sich-Erinnernde’ bedeutet. Das deutsche Wort Erinnerung geht auf das altnordische Verb muna zurück, was ‚denken an’, ‚sich erinnern’ bedeutet.
Er-innerte Räume stellen eine Form von Innenräumen dar. Ich konstruiere diese Räume der Vergangenheit mit Hilfe meiner Gedächtnisspuren von Farben und Formationen, und mit Hilfe meiner inneren Stimmungen und Bilder.
Mich interessiert, was hängengeblieben ist an Bildern, an Eindrücken von Farben und Formen.

Vor mehr als 30 Jahren ging ich einige Tage am oberösterreichischen Nordwaldkammweg entlang der Staatsgrenze zur damaligen Tschechoslowakei. Der Weg führte entlang des Eisernen Vorhangs und das Schild ‚Achtung Staatsgrenze’ war der ständige Begleiter der blau-weißen Wandermarkierung. In den Herbergen wurden unheimliche Geschichten von inhaftierten Wanderern und Pilzesammlern erzählt, die aus Versehen die Staatsgrenze überschritten hatten. Es ging etwas Bedrohliches von der grünen Grenze aus. Gleichzeitig übte dieses Land jenseits der Grenze eine große Faszination auf mich aus – die Geschichten von der Goldenen Stadt Prag, von den klingenden Orten des Bieres wie Pilsen und Budweis, Städte, die sich nicht weit hinter der Grenze befanden und dennoch nicht so ohne weiteres besucht werden konnten. Die Erfahrung des Unheimlichen und Absurden stand im krassen Widerspruch zur friedlichen Waldlandschaft, die sich diesseits und jenseits der Grenze entlang des Wanderweges gleichförmig erstreckte. Die historisch erdachte Grenzlinie fand keinen unmittelbaren Einfluss entlang der Grenzlinie. Erst einige hundert Meter jenseits der österreichischen Grenzlinie war in Folge der Staatsgrenze ein unbewohnter Grenzlandschaftsgürtel entstanden, in dem patrouilliert wurde. Nachts war es stockfinster in der Landschaft und man konnte manchmal die Lichter der patrouillierenden tschechischen Fahrzeuge sehen. Diesseits der Grenze war im Mühl- und Waldviertel eine Sackgasse Österreichs entstanden, eine menschenarme Gegend mit leerstehenden Häusern und verlassenen Höfen. Wenige Jahre später, 1989, wird die Grenze geöffnet.

Heute, 25 Jahre später, steht die Fragen im Raum, welche Veränderungen die Öffnung der Grenzen gebracht haben und welche Grenzen sich geöffnet haben und welche Grenzen sich durch die Öffnung aufgetan haben. Ist die Erinnerung ein notwendiger Partner des Gedankens? Bringt die Erinnerung einen Denkprozess in Gange? Beruhen Denkprozesse auf Erinnerungen? Verändern Erinnerungen Denkprozesse? Verändern Denkprozesse Erinnerungen? Verändern sich Erinnerungen?“
(Text: Lizzy Fidler, September 2014)

Monika GROSER

Monika Groser (Förderatelier 2012–15), seit 1969 lebhaft in Schwaz, Wien und darüber hinaus. Tätig als Sozialarbeiterin, Juristin, Hausmeisterin und Fotografin.
Ab 1989 intensive Auseinandersetzung mit Fotografie, damals fotografische Erkundung des Gemeinwesens Freiheitssiedlung Schwaz Ost im Zusammenhang mit einer Diplomarbeit über Kultursozialarbeit an der Akademie für Soziale Arbeit.
Es folgten zahlreiche Porträtarbeiten, dabei vor allem KünstlerInnenporträts (u.a. Michaela Schweeger, Thomas Larcher, Till Fellner, Hans Aschenwald).
Seit 2007 vor allem fotografische Erkundung von Orten, z.B. Hotel Kjyev in Bratislava.
2009/10 Schule für künstlerische Fotografie in Wien (Leitung: Friedl Kubelka).

„Langsam Schnecke, langsam.“ (2012)
„Leih dir die Gestalt des Kranichs, du Bergkuckuck.“ (2014)

Bilder, aufgenommen in den vergangenen zehn Jahren an verschiedenen Orten, werden aus ihrem zeitlichen Kontext herausgelöst und assoziativ aneinandergereiht, als Tribut an den fragmentarischen Blick von Roland Barthes, den „stammelnden Körper“ (R.B.) und das Leben als Stückwerk.
Aus den Einzelbildern (Fragmenten) entstehen so narrative Strukturen. Eine neue Wirklichkeit, die über die in der einzelnen Fotografie abgebildete Wirklichkeit – „es ist so gewesen“ (Roland Barthes) – hinausweist und diese hinterfragt.
„Die Wahrheit ist ein Beziehungsgeschehen. Sie geschieht, wenn Dinge aufgrund einer Ähnlichkeit oder einer anderen Nähe miteinander kommunizieren, wenn sie sich einander zuwenden und Beziehungen eingehen, ja sich anfreunden.“ (Byung-Chul Han: Der Duft der Zeit. 2009, S. 51)


Elisabeth SCHUTTING

Elisabeth Schutting (Förderatelier 2012–15), *1973 in Innsbruck, lebt in Thaur.
Elisabeth Schutting beschäftigt sich mit Arbeitsbedingungen im sozialen Kontext. In ihren Arbeiten im Bereich Malerei, Grafik, Video und Installation stellt sie assoziative Bezüge her und reflektiert ihre Umgebung kritisch. „Unsichtbare“, Menschen, die nicht oder nur wenig wahrgenommen werden, stehen immer wieder im Fokus ihrer Arbeit.
Im Juli diesen Jahres initiierte sie gemeinsam mit Barbara Huber und Nora Schöpfer die autonome Ausstellung falsch ist richtig Wirklichkeit als performativer Prozess im Künstlerhaus Büchsenhausen. Gemeinsam mit Albin Schutting entstandene Videoarbeiten wurden dieses Jahr in Venedig, Buenos Aires und Nottingham ausgestellt. Ein malerisches Werk von Elisabeth Schutting wird dieses Jahr am „Adventkalender an der Liebburg“ (Lienz) zu sehen sein. 2015 stellt sie gemeinsam mit Ursula Groser in der Galerie Eboran in Salzburg aus.
http://www.elisabethschutting.com

the invisible artist
2014

Anlässlich der Ausstellung falsch ist richtig. wirklichkeit als performativer prozess im Künstlerhaus Büchsenhausen waren sieben lebensgroße transparente Gestalten im Garten des Künstlerhauses platziert. Eine dieser Figuren soll nun überlebensgroß symbolisch im Ausstellungraum verortet werden. „Der/Die Unsichtbare wird Teil des Ausstellungsgeschehens.“
Die Arbeit nimmt Bezug auf den Roman „Invisible man“ von Ralph Ellison. Unsichtbarkeit, in diesem Sinn, versteht sich auch als Metapher für soziale Unsichtbarkeit und Diskriminierung. Die Suche nach Identität im existenziellen, sozialen und künstlerischen Bereich wird thematisiert. Unwillkürlich stellt sich die Frage nach Möglichkeiten einer Veränderung dieser Situation.
„I am invisible, understand, simply because people refuse to see me.“ (Ralph Ellison, 1952)

Verena SCHWEIGER

Verena Schweiger (Förderatelier 2011–15), *1981 in Rum, lebt in Innsbruck. Sie studierte Experimentelle Visuelle Gestaltung und Industrie Design an der Kunstuniversität Linz. Schweiger war bisher an diversen Ausstellungsprojekten, Aktionen und Performances beteiligt, u.a. Oberösterreichischer Kunstverein, Festival der Regionen, Kunstterror im Lentos, Landesgalerie Linz, etc. Ihr ¼uvre umfasst künstlerische Photographie, Aktionskunst, Intervention, Ready-made, Performance, Film sowie Zeichnung und Basteln. Sie schreibt und setzt sich intensiv mit Sprache auseinander, wie die Gestaltung von Textcollagen, dreckiger Lyrik, Comics (bmukk.wordpress.com) und regelmäßigen Radiosendungen (Ü) auf Radio Freirad und Radio FRO. Außerdem sucht sie noch immer einen bedingungslos großzügigen Mäzenen oder eine bedingungslos großzügige Mäzenatin.

Moonlight Organics: Mein Diplom
Diplomarbeit von Verena Schweiger, Rotweinsiebdruck auf Papier, 2010

Input ist Output. Der getrunkene Rotwein machte den Text möglich. Das Pigment desselben Rotweins machte den Text als Druck lesbar. Der Rotweinsiebdruck ist nicht lichtecht, deshalb wird der Text wie der Rotweinrausch mit der Zeit verschwinden. Das Buch ist somit ein work-in-progress.
Die Zeichnungen in dem KünstlerInnenbuch sind in schwarz-weiß gehalten, weil die Künstlerin nicht betrunken zeichnen kann.

Zeichentagebücher
Auszüge mit Gesprächs- und Gedankennotizen von Verena Schweiger, Stift auf Papier, 2007–14

Michaela SENN

Michaela Senn (beteiligt beim Förderatelier tON/NOt 2014–17), *1985 in Sterzing, arbeitet und lebt in Innsbruck in den Bereichen Schauspiel, Performance, Text und Regie.
http://michaelasenn.wordpress.com

Medeas Nightmare (Szene 1-3)
work in progress, 2014
Musik: Wolfgang Maurer

Ausgehend von Heiner Müllers „Hamletmaschine“ beschäftigt sich die Installation mit Europa als Denkspiel. Zusammengesetzt aus Raum- und Zeit übergreifenden Fragmenten verweigert sie sich einer geradlinigen Erzählung von Geschichte um der Einfühlung zu entgehen. Neben Teilen aus der Müller'schen Vorlage werden Zitate von Jean-Paul Sartre, Friedrich Nietzsche und Shakespeare verwendet um die Dynamiken mechanisch kalkulierter Kriege, deren Darstellung und deren Eingreifen in das Subjekt zu entkontextualisieren und so in den Vordergrund zu rücken.

tON/NOt
(Förderatelier 2014–17)

Katrin Jud, Magistra der Vergleichenden Literaturwissenschaft, Projektleiterin im
Kulturbereich, Regisseurin und Obfrau des interdisziplinären Theatervereins tON/NOt, lebt in
Innsbruck. Letzte Projekte: Projektleitung des „IFFI campus“, „stummer schrei“ und „Freies
Theaterfestival“ (alle 2014), sowie Regie „mona-lisas-lächeln“ (2014), „Love Jihad“ (2013).

Margret Wassermann, Dipl. zur Sozialbetreuerin in Wien, seit drei Jahren in Innsbruck. In „Der
Bäckerei, Kulturbackstube“ für den Barbereich und die Kundenbetreuung zuständig.
Mitorganisatorin des Marktes „Unikaterie – Markt für Selbstgenähtes“. Affinität zum Nähen,
Ausstatterin für verschiedene Theaterproduktionen und Performances in der freien Szene. Letzte Projekte: Kostüme für das Abschlussprojekt der schauspielschule.innsbruck 2014 („Blind aber Flügel“), außerdem Bühnenbild und Kostüme für „mona-lisas-lächeln“ (2014) und Kostüme für „Love Jihad“ (2013).

Eva-Maria Wassermann, Ernährungs-/Gesundheitstrainerin. Mitgründerin des Projekts „Spielraum“, dort zuständig für die kreative offene Küche. Gründerin und Mitorganisatorin des Marktes „Unikaterie – Markt für Selbstgenähtes“. Beim Verein tON/NOt für Bühnenbild und Kostüme zuständig, stattet verschiedene Projekte mit selbstgenähten Unikaten aus. Einige bevorstehende Projekt mit Spielraum und tON/NOt.

Ich bin perfekt
Puppe auf Nadeln, 90x60x90, 2014

Die Arbeit Ich bin perfekt ist die Zusammenführung von Arbeitsbedingungen, -inhalten, -werkzeugen, und -materialien ausgehend von den diversen Produktionsbiografien der MacherInnen und in Folge dessen Ausdruck einer zugleich gemeinsamen sowie persönlichen Erfahrung von Kulturarbeit.

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Weblinks:
http://langenacht.orf.at/state/bl/tirol/