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Fellows: Archiv

Sezgin Boynik

Theory Fellow 10/2013 - 06/2014


The Art of Slogans


Sezgin Boynik beschäftigt sich mit der Beziehung zwischen Kunst und Slogans, als Fortsetzung seiner Arbeit aus jüngerer Zeit, die sich mit der Verwendung von Slogans in der zeitgenössischen Kunst, dabei insbesondere in der Konzeptkunst, befasst.

Den Ausgangspunkt bildet die Annahme, dass ‚linguistische Postulate’ für die meisten Theorien und Praktiken der Konzeptkunst als konstitutive Elemente dienen. Um sich diesen Postulaten in praktischerer Weise anzunähern, schlägt Boynik eine These vor, die es uns vielleicht ermöglicht, auf pragmatische Weise mit Sprache umzugehen, d.h. sich mit den ‚performativen’ Aspekten von Sprache zu befassen, um zu den ‚konstativen’ Aspekten von Konzeptkunst zu gelangen. Der beste Weg, um dieses Ziel zu erreichen, ist, die Beziehung zwischen Kunst und Slogans zu untersuchen, und zwar sowohl Slogans des Kunstdiskurses als auch politische Slogans, mit denen die Kunst sich befasst. Nach Boyniks Ansicht „verkörpern Slogans die fundamentalsten Schwierigkeiten im politischen Gebrauch von Sprache: sie zeigen die Widersprüche zwischen ‚performativen’ und ‚konstativen’ Aspekten auf; sie sind ein Produkt kollektiver Transformationen, und die meisten sozialen Veränderungen sind in Slogans festgehalten („Slogans haben ihre eigene Geschichte“); sie sind formale und synthetische Erzeugnisse, die eine Systematisierung künstlerischer Kreativität erlauben; und – was am wichtigsten ist – sie schreiben eine Wahrheit vor, die intellektuelle (theoretische oder konstative) Abstraktion nicht ausschließt.“

Während seiner Zeit als Fellow in Büchsenhausen wird Boynik seine Arbeit zur Kunst der Slogans in drei Bereichen weiter vertiefen:
- Im Bereich der Theorie durch genauere Erforschung linguistischer Herangehensweisen im Umgang mit Kunst, mit Schwerpunkt auf Arbeiten des russischen Formalismus der 1920er und 1930 Jahre.
- Im Bereich der Kunstgeschichte, um die Bedingungen der von Art & Language gepflogenen Praxis des „Indexing“ sowie die Unterschiede zu anderen Praktiken der Konzeptkunst, die Sprache als Material gebrauchen, zu verstehen.
- Im Bereich der Praxis, um Möglichkeiten zu finden, diese theoretischen und historischen Untersuchungen zu Slogans auf spezifischere soziale oder politische Themen im Zusammenhang mit jugoslawischer Kunst anzuwenden.


Sezgin Boynik ist als Soziologe und Autor in Helsinki tätig. Sein Soziologiestudium an der Istanbuler Mimar Sinan Universität schloss er 2003 mit einer Arbeit über die Situationistische Internationale ab, derzeit schreibt Boynik seine Dissertation an der Universität von Jyväskylä in Helsinki, Abteilung für Sozialwissenschaften und Philosophie. Als Autor und Herausgeber von Magazinen im Bereich Kunst und Kulturwissenschaften hat er unter anderem Texte über die subversiven Widerstandsbewegungen im Jugoslawien der 1960er und 1970er, zu radikalen politischen Ideen oder über die Neue Slowenische Kunst verfasst. Boynik ist Mitverfasser des experimentellen Buchs Counter-Constructivist Model (La Fontaine Stories for Immigrants) paper-film in nine acts (2012, gemeinsam mit Minna Henriksson), außerdem Mitherausgeber der kritischen Anthologie Contemporary Art and Nationalism (2007, ebenfalls mit Minna Henriksson), sowie von History of Punk and Underground Resources in Turkey 1978-1999 (2007, gemeinsam mit Tolga Güldalli).


Veranstaltungen:

Start Up Lectures 2013/14
Sezgin BOYNIK: The Art of Slogans
Fr 25.10.2013, 19 Uhr

Der Slogan, der Protest, ihre Institution und das Spekulative
Cathleen SCHUSTER & Michael DICKHAGE | Petra GERSCHNER | Sezgin BOYNIK | Vlad MORARIU
Ausstellungseröffnung im Rahmen der Premierentage 2013
Fr 08.11.2013, 18 Uhr

Widerspruch und Gewissheit
Sezgin Boynik, Fokus Grupa, Freee Art Collective, Petra Gerschner, Vlad Morariu, Cathleen Schuster & Marcel Dickhage
Abschlussausstellung kuratiert von Andrei Siclodi
12.06. – 26.07.2014, KUNSTPAVILLON

The Index of the Subject: Political Formation and Artistic Practice
Diskussionspanel mit Sezgin Boynik, Carles Guerra, Slobodan Karamanić und John Roberts
Fr 13.06.2014, 19 Uhr, KUNSTPAVILLON
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