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Fellows: Archiv

Ivana Marjanović

Fellow 10/2011 - 06/2012

Artistic/cultural disobedience: a perspective of the struggles towards social and political rearticulation

In Büchsenhausen plant Ivana MARJANOVIĆ die Erarbeitung eines Projekts, in dessen Mittelpunkt die Schnittstelle zwischen Kunst und politischem Leben sowie die an dieser Schnittstelle entstehenden Möglichkeiten stehen sollen. Als Bezugsrahmen für ihre Forschungsarbeit dient der Raum Ex-Jugoslawien, genauer Serbien, sowie Europa nach 1989. Dem Projekt dient eine Untersuchung der Arbeit lokaler/transnationaler Kollektive wie QueerBeograd oder Biro Beograd als Ausgangspunkt. Durch eine Analyse dieser Arbeitsweisen und Ansätze soll ein Bezug zwischen Nationalismuskritik, dem Konservativismus von im postkommunistischen Übergang befindlichen Staaten und der neokolonialistischen Realität in Osteuropa hergestellt werden. Darüber hinaus beleuchtet das Projekt die Denaturalisierungsprozesse dieser Gesellschaftsformationen, sozialen Ungehorsam, Gegenverhalten, soziale und künstlerische/kulturelle Auseinandersetzungen, Räume für Allianzen und transnationale Kollaboration.

Das Projekt zielt nicht nur auf Kritik an der hegemonialen Ordnung durch eine Analyse der Manifestationen von Machtverhältnissen ab, sondern auf die Destabilisierung dieser Ordnung auf Basis einer Betrachtung der Aktivitäten und interventionistischen Arbeiten bestimmter künstlerischer und kultureller Akteure, die zusammen mit anderen Akteuren durch interaktive und konfliktgeladene Beziehungen den Raum gestalten. Das Projekt möchte zeigen, dass das, was beabsichtigt ist, nicht zur Gänze einer Kontrolle, Regulierung oder Hegemonie unterworfen werden kann. Räume für Auseinandersetzungen und Kontroversen, also Räume, die dazwischen liegen, entstehen nicht als absolute Externalität, sondern als interne Interventionshorizonte, die inmitten der gesellschaftlichen Gegebenheiten Spannung erzeugen. Auf diese Weise ist das Kunstfeld kein fixer Beobachtungsraum, in dem Ideologie reproduziert wird; vielmehr ist es ein sozialer Verhandlungsraum, in dem beide Seiten eine Rolle spielen: Institutionen, die den Mainstream vertreten, ebenso wie Kunst- und Kulturproduzenten, die Regeln brechen und die Kunst neu formulieren. In diesem Sinne entwickeln sich die Methoden und Narrative des Gegenverhaltens parallel zur nationalen, europäischen und globalen Gouvernementalität.


Ivana MARJANOVIĆ, *1979 in Yugoslawien, ist freiberufliche Kulturschaffende im Bereich zeitgenössischer Kunst und Theorie, Mitbegründerin der Galerie Kontekst und Mitglied des Kontekst-Kollektivs in Belgrad. Derzeit ist sie Doktorandin und Gastlektorin an der Akademie der bildenden Künste Wien.



Veranstaltungen:

Start up Lectures WS 2011/12
Ivana MARJANOVIĆ: Post-turbo-fascist space and resistance practices in Europe. The case of former Yugoslavia
Fr 21.10.2011, 19 Uhr

Geschichten des Ungehorsams
Eröffnung der Ausstellung im Rahmen der Premierentage 2011
Sa 05.11.2011, 20 Uhr

Kvar, not queer! Transnational artistic and cultural production in Belgrade
Präsentationen und Diskussion
mit Ivana MARJANOVIĆ, Vladan JEREMIĆ (Biro Beograd), Jet MOON (QueerBeograd) und Maja SAVIĆ (QueerBeograd)
Fr 02.12.2011, 19 Uhr

Artistic/cultural disobedience: a perspective of the struggles towards social and political rearticulation
Vortrag
Fr 27.01.2012, 19 Uhr

SPACE MATTERS
Susan Kelly, Ivana Marjanović feat. QueerBeograd, Sandra Schäfer, Lan Tuazon
Abschlussausstellung kuratiert von Andrei Siclodi
21.06. – 04.08.2012, NEUE GALERIE
hp11marjanovic01.jpg
Vladan Jeremić und Maja Rakočević / Drugarica (Girlfriend), 2002