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Labor: Events 2011/12

Geschichten des Ungehorsams

Ausstellungseröffnung im Rahmen der Premierentage 2011
Sa 05.11.2011, 20.00

Dauer der Ausstellung:
05.11.-02.12.2011

Die Künstlerinnen des im Oktober angelaufenen Internationalen Fellowship-Programms für Kunst und Theorie 2011/12 geben in einer kleinen Ausstellung Einblick in ihre bisherige Arbeit und gewähren einen Ausblick auf das jeweilige Vorhaben in den kommenden Monaten in Büchsenhausen. Susan Kelly, Ivana Marjanović, Sandra Schäfer und Lan Tuazon beschäftigen sich in ihren jeweiligen Projekten kritisch mit Strukturen und Kristallisationsprozessen der Macht sowie mit Möglichkeiten ihrer produktiven Unterwanderung.

In der Ausstellung Geschichten des Ungehorsams ist zum einen die filmische Dokumentation der Start up Lectures WS 2011/12 (Einführungsveranstaltung des Fellowship-Programms) zu sehen. Zum anderen werden ausgewählte Arbeiten der Künstlerinnen gezeigt. Thematisch geht es um Jurisdiktionen (Susan Kelly), künstlerischen/kulturellen Ungehorsam (Ivana Marjanović), emanzipatorische Momente der Frauen in Afghanistan (Sandra Schäfer) und um "Architekturen der Verteidigung" (Lan Tuazon).

Susan Kelly zeigt Not Sheep, New Urban Commons, drei Arbeiten aus einer Serie großformatiger, fotokopierter Poster, die sich mit dem Spannungsverhältnis zwischen feudalen Grundstücksrechten (wie sie teilweise in London nach wie vor bestehen) und modernen Formen der Privatisierung sowie dem Kampf um gemeinschaftlichen Raum in der Stadt befassen.

Ivana Marjanović präsentiert das Video The State of Exception Proved to be the Rule von Eduard Freudmann und Jelena Radić. Es handelt von der geplanten Ausstellungseröffnung „Exception: Contemporary Art Scene from Prishtina“ in der Belgrader Galerie Kontekst, am 7. Februar 2008, in der Werke albanischer KünstlerInnen aus dem Kosovo präsentiert werden sollten. Die Eröffnung wurde durch eine klerikal-faschistische Organisation, gewalttätige Fußballhooligans und die serbische Polizei verhindert. Anstelle einer detailgenauen Schilderung und somit Historisierung des Ereignisses als isoliertes Phänomen zielt der Film darauf ab, den politischen und theoretischen Kontext, in den es eingebettet ist, deutlich zu machen. Die Vorfälle in der Galerie Kontekst werden demgemäß mit der nationalen und internationalen politischen Situation, der Erzeugung öffentlicher Meinung durch serbische Medien sowie einer theoretischen Analyse und Interpretation der Situation in Zusammenhang gebracht.

Sandra Schäfer zeigt den Film The Making of a Demonstration. Im Zentrum der Arbeit steht die Nachinszenierung einer Demonstration von Frauen gegen das von den Taliban eingeführte Arbeitsverbot. Die Aufnahmen entstanden während der Dreharbeiten am Spielfilm "Osama" im November 2002 in den Straßen Kabuls. 1.000 Frauen waren gekommen, um in der Szene mitzuspielen. Ihre persönlichen Erfahrungen sind mit denen der Dargestellten identisch. Die meisten Frauen spielten in der Demonstrationsszene mit, um Geld zu verdienen. Mit ihrer Forderung nach Arbeit erhofften sie sich eine Verbesserung ihrer realen Situation.

Lan Tuazon präsentiert ein Dyptichon mit dem Titel Architecture of Defense - Public Space and Broken Arrangement. Die ursprüngliche Arbeit ist eine vier Meter hohe Skulptur, die an die Struktur eines Hochhauses gemahnt und sich zur Gänze aus unterschiedlichsten Arten räumlicher Demarkationen des Privaten zusammensetzt. Die Prints zeigen architektonische Konfigurationen aus Zäunen, die einerseits aus neuen, andererseits aus alten, teilweise heruntergekommenen Teilen zusammenmontiert wurden.

http://www.premierentage.at
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