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Labor: Events 2010/11

Achim LENGERER / Scriptings#14: The Nondescript of our Gestures

Stellprobe für Projektionen mit Filmausschnitten von Fernand Deligny, Renaud Victor u.a.
Di 16.11.2010, 19.00, SR 40112 / GEIWI-Turm*

* VERANSTALTUNGSORT: Seminarraum 40112, GEIWI-Turm (1. Stock)
Universität Innsbruck / Vergleichende Literaturwissenschaften, Innrain 52, Innsbruck

Dinge wie Gesten in den Raum stellen. Mit den Händen Dinge einrichten, für eine Zeit zusammen stellen: bei den heruntergekommenen Pariser Läden in Les Halles, die verzweifelt versuchen, ihre Fassaden wieder zum Scheinen zu bringen, finde ich in einer Bibliothek einen Briefwechsel: "Ich habe Ihren Brief erhalten... wiedergelesen und wiedergelesen, lieber Freund, gezeichnet Fernand Deligny, 16. November 1968." Und der Titel eines von mir noch nie gehörten, unerhörten Filmes: "Le moindre geste". Stimmt, Achim, so sollte es eigentlich sein, wenn wir, ich Dinge mache(n) - die geringste, kleinste, unbeschreibliche, vorsichtige, unscheinbarste Geste aufheben, finden, führen. Weiterschauen, ein großes, schönes Buch, auf dünnstem Papier, in Französisch; das gibt es zum Autor. Auf Deutsch, natürlich, nicht sehr viel: bei Merve (wie oft) ein Band aus den siebziger Jahren: "Ein Floß in den Bergen". Ein Buch, das wie ein abgeliebter Teddybär im Magazin der Innsbrucker Universitätsbibliothek verschlossen liegt (ich wechsle mit den Orten auch die Bücher), so dass kein Herankommen mehr möglich ist an sein verschlissenes Grün. Ein Satz daraus ist mir aber doch in die Hände gefallen:

"Es kommt vor, dass eine solche driftende Geste - geste de dérive - plötzlich zu einer steuernden Geste - geste dérive - wird, die sowohl Geste als auch ein Ding ist. Die unscheinbarste unserer Gesten ist zunächst ein Ding, und das unscheinbare Ding kann ein ganze Welt von Gesten hervorbringen." (Fernand Deligny "Ein Floß in den Bergen", 1979, Merve, Berlin)


Die Veranstaltung findet in der Reihe ZOOOOM I+II von Achim Lengerer statt.


Achim LENGERER beschäftigt sich mit sprachlichen Phänomenen in Performances und Installationen. Seit 2009 leitet er den mobilen Ausstellungsraum und das Verlagshaus Scriptings. Scriptings lädt Künstlerinnen, Schriftstellerinnen, Grafikerinnen, Verlegerinnen und Performerinnen ein, die allesamt mit den Formaten Schrift oder Skript arbeiten.
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