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Labor: Events 2003 - 2006

Private Investigations: Forschung, Wissensaneignung und -verarbeitung in zeitgenössischen Kunstpraktiken

Bavo, Judith Fischer & Claudia Hardi, Geoffrey Garrison, Catalin Gheorghe, Natascha Hagenbeek, Kristina Inciuraite, ixi software, Meta Haven Research Group, Hinrich Sachs, Urtica Art and Media Research Group, Alexander Vaindorf, Mona Vatamanu & Florin Tudor, Stevan Vukovic
Innsbruck, 10.11.2005 - 03.02.2006

Künstlerhaus Büchsenhausen, Stadtturmgalerie, Kunstpavillon


Eine Ausstellungs- und Diskussionsreihe kuratiert von Andrei Siclodi und Ingeborg Erhart
in Kooperation mit der Jan van Eyck Academie
http://www.janvaneyck.nl



Private Investigations widmet sich als Forschungsprojekt zeitgenössischen Kunstpraktiken, die mithilfe individueller, nicht-wissenschaftlicher Forschungsmethoden und -strategien Informationen gewinnen und zu Wissensgrundlagen machen, die selbst wiederum Material der künstlerischen Arbeit sein können. Da diese Strategien und Methoden der Wissensaneignung und -verarbeitung im institutionellen Rahmen von Künstlerresidenzen und Postgradualen Programmen gängig sind, untersucht das Projekt auch diese spezifischen Arbeitsbedingungen. Das Forschungsprojekt ist für die nächsten zwei Jahre als Reihe von Residenzen, Ausstellungen, Symposien, Filmvorführungen und Präsentationen an verschiedenen Orten in Mittel- und Osteuropa konzipiert.

Der Auftakt fand vom 10. November 2005 bis 3. Februar 2006 in Innsbruck statt. Im Künstlerhaus Bbüchsenhausen, der Stadtturmgalerie und im Kunstpavillon wurden arbeiten der letzten drei Jahre von Stipendiat/innen des internationalen Residenzprogramms für visuelle Künste und Medienkünste büchsenhausen.air präsentiert und zur Diskussion gestellt. Die eingeladenen Künstler/innen und Theoretiker/innen setzten sich investigativ mit unterschiedlichen Themen auseinander wie der Ausbreitung von kulturellen Mustern (Memetik), der gemeinschaftlichen künstlerischen Produktion und der generativen Software, dem Einfluss serieller Architektur auf das menschliche verhalten, den idiomatischen Handlungsweisen einer Künstlergemeinschaft in einer Gesellschaft des Übergangs, den sozialen und psychologischen Veränderungen in der Gesellschaft anhand der Untersuchung von Vorstellungen weiblicher Identität, den Modellen der Sprach- und Bildwahrnehmung im Zuge filmischer und computerisierter Wissensaneignung und -organisation und schließlich mit dem Thema Feldforschung als künstlerische Praxis. Darüber hinaus legte das Projekt besonderes Augenmerk auf die Forschungs- und produktionsbedingungen im postakademischen Kontext der Jan van Eyck Academie in Maastricht. In diesem Rahmen stellten Forscher und beratende Forscher der drei Abteilungen Kunst, Design und Theorie ihre laufenden Projekte vor.
Ausstellungen:

Urtica Art and Media Research Group: Social Engine
11.11. – 02.12.2005, Künstlerhaus Büchsenhausen

ixi software: Lore / Composing Paper
11.11. – 02.12.2005, Künstlerhaus Büchsenhausen

Mona Vatamanu & Florin Tudor: The Trial
17.11. – 10.12.2005, Stadtturmgalerie

Kristina Inciuraite: Zones of Exception
13.12. - 30.12.2005, Künstlerhaus Büchsenhausen

Catalin Gheorghe: Staging Idioms - A documentary installation
14.12.2005 – 19.01.2006, Stadtturmgalerie

Judith Fischer / Claudia Hardi: Transmission
11.01. – 03.02.2006, Kunstpavillon

Alexander Vaindorf Falling Out of the Cold
17.01. – 03.02.2006, Künstlerhaus Büchsenhausen


Projektpräsentationen und Künstlergespräche:

ixi software Creating Creative Software: Research into interaction patterns in
computer music programming languages & Extracts from the Pidgin Project
10.11.2005, 20.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Urtica Art and Media Research Group: Social Engine
11.11.2005, 18.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Natascha Hagenbeek (Jan van Eyck Academie): Freedom in Today’s Culture
11.11.2005, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Mona Vatamanu & Florin Tudor: Künstlergespräch
17.11.2005, 18.00, Stadtturmgalerie

Stevan Vukovic: Art System in Belgrade – An experiment in action research
19.11.2005, 16.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Hinrich Sachs (Jan van Eyck Academie): Bildmonopole – Image Monopolies
02.12.2005, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Kristina Inciuraite: Künstlergespräch
10.12.2005, 11.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Catalin Gheorghe: Staging Idioms – A documentary installation
13.12.2005, 19.00, Stadtturmgalerie

Judith Fischer & Claudia Hardi: Künstlergespräch
11.01.2006, 18.00, Kunstpavillon

Alexander Vaindorf: Künstlergespräch
14.01.2006, 11.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Meta Haven Research Group (Jan van Eyck Academie): Sealand Identity Project
17.01.2006, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

BAVO (Jan van Eyck Academie): Urban Agency Today
25.01.2006, 19.00, Kunstpavillon

Geoffrey Garrison (Jan van Eyck Academie): The Cut. Freud’s Doppelgaenger
31.01.2006, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen


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BAVO: Urban Agency Today – Beyond the political-economical illiteracy in architecture theory and practice in the age of global capitalism
Projektpräsentation
25.01.2006, 19.00, Kunstpavillon

In ihrem Vortrag konzentrieren sich Gideon Boie und Matthias Pauwels (BAVO) auf eine gegenwärtige Tendenz in der niederländischen Architekturtheorie und -praxis: Der Architekt kann seine wahren politischen Ambitionen nur dann erfüllen, wenn er fähig ist, Architektur „innerhalb der Grenzen der Architektur selbst“ zu praktizieren. Dieses Credo analysieren BAVO, indem sie sich auf dessen negativen Referenzpunkt beziehen: den pädagogischen Auftrag der Architektur, der in multidiziplinären Urban-Mapping-Programmen seinen Niederschlag findet. Sie tun dies anhand einer kritischen Neubewertung von theoretischen Bezügen bei Fredric Jameson und Slavoj Zizek und verbinden diese mit räumlichen Taktiken, wie sie von Bernard Tschumi und Christoph Schlingensief angewandt werden.

BAVO ist ein Kollektiv, das Untersuchungen zur symptomatischen Dimension von Architektur und Planung anstellt. Es ist die kollaborative Arbeit von Gideon Boie und Matthias Pauwels, die beide Architektur (Gent) und Philosophie (Nijmegen/Rotterdam) studiert haben. BAVO arbeitet gegenwärtig unter den Auspizien der Abteilung Theorie der Jan van Eyck Academie.

http://www.bavo.biz
http://www.janvaneyck.nl/~bavo


Judith Fischer & Claudia Hardi: Transmission
Ausstellung 11.01. – 03.02.2006, Kunstpavillon
Künstlergespräch 11.01.2006, 18.00, Kunstpavillon

„eine produktive allianz eingehen: konstellationen, haunted houses, seltsame protagonistinnen, sonderbare faehigkeiten, wunderbare beschaeftigungen, kurzschluesse, theorien, bildersammlungen, der umgang mit leichen, labyrinthe, etwas voellig uebersehen, panoramen und plagiate, die nacht auf dem ruecken, phantome, der geist des fuji.“ (Fischer & Hardi) Die Aufmerksamkeit bewegt sich prozesshaft auf komplexen audio-visuellen Sprach- und Bildwahrnehmungspfaden – ein Durcharbeiten medialer Quellen (Bücher, Filme, Musikvideos, Webseiten). Diese Feldforschungen visualisieren und manifestieren sich in skriptischen Inszenierungen, labyrinthisch angeordneten Zeichenketten, Interaktionen mit Screenstills/Screenshots, Aufzeichnungen, Recherchen, deren Ausgang als ungewiss, deren Output als transitorisch, ausschnitt- und – paradoxerweise – modellhaft bezeichnet werden kann.

Judith Fischer ist als Schriftstellerin in verschiedenen Feldern tätig (Theorie, Poetische Gebäude, Installation/Kunst, Horror/Film). Sie lebt in Wien.
Claudia Hardi arbeitet als Computerkünstlerin, Informationsdesignerin und Internet-Researcherin in Maastricht.


Geoffrey Garrison: The Cut. Freud’s Doppelgaenger
Projektpräsentation und Filmvorführung
31.01.2006, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

John Hustons „Freud the Secret Passion” (1961) ist ein wenig bekannter biografischer Film, der die Entdeckung der Psychoanalyse als eine Art Detektivgeschichte erzählt. Das Drehbuch basierte auf einem langen, komplexen Szenario, das von Jean-Paul Sartre verfasst und danach von einer Reihe von Hollywood-Drehbuch-Autoren umgeschrieben wurde. Nachdem man sich durch die Schichten von weggelassenem, gestrichenem, vergessenem und verdrängtem Material durchgearbeitet hat, kommt eine andere Erzählung zum Vorschein – eine Erzählung, die sich mit den Spuren von Freud in der allgemeinen Vorstellungskraft befasst, mit Fiktion, Erinnerung und Geschichte, und mit den unausweichlichen Komplexitäten der Übersetzung und Kommunikation. Diese Erzählung bildet den Ausgangspunkt für das Drehbuch, das Garrison während der letzten beiden Jahre an der Jan van Eyck Academie geschrieben hat, und auch für die komprimierte Videoversion mit dem Titel „The Cut“. Letztlich stellt dieses Projekt die Frage, wie es überhaupt möglich ist, Geschichte und historische Figuren darzustellen.

Geoffrey Garrison ist gegenwärtig Forscher an der Abteilung Bildende Kunst der Jan van Eyck Academie.


Catalin Gheorghe: Staging Idioms – A documentary installation
Ausstellung 14.12.2005 – 19.01.2006, Stadtturmgalerie
Vortrag 13.12.2005, 19.00, Stadtturmgalerie

Staging Idioms ist eine dokumentarische, mikro-soziale Studie der „kleinen Erzählungen” einer Künstlergemeinschaft in einem Umfeld der Veränderung. An der Peripherie der europäischen Geopolitik tätig, nämlich in Iasi / Rumänien, entwickelt diese Gemeinschaft eine für das vorherrschende Bildungssystem und den kulturellen Kontext untypische künstlerische Praxis. Aus der Beobachtung ihrer idiomatischen Verhaltensweisen heraus resultierte eine kurze Serie visueller Studien als kritische Anwendung eines interkuratorischen Ansatzes.

Catalin Gheorghe ist Autor und Kurator und lebt in Iasi / Rumänien. Er unterrichtet Theorie und Geschichte der Kunstkritik an der Universität von Iasi und ist an verschiedenen Projekten und Aktivitäten von „vector>“ Galerie / Kunstverein beteiligt.


Natascha Hagenbeek: Freedom in Today’s Culture
Projektpräsentation
11.11.2005, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

„Ich untersuche die Konzepte der Authentizität und der Freiheit in der Identität. In meiner Arbeit, einer langen Phase der Recherche, die sich üblicherweise zu einer Performance entwickelt, untersuche ich diese Konzepte durch Identifikation und den Versuch, Aneignung zu vermeiden. ‚Dinge aufzeigen’ ebenso wie ‚diese Dinge verkörpern’. Ich bin von der Notwendigkeit des Experiments und von der Kraft der Erfahrung überzeugt, um sich selbst zu hinterfragen und zu versuchen, in der heutigen Kultur ‚frei’ oder ‚authentisch’ zu bleiben.“ (Natascha Hagenbeek)

Natascha Hagenbeek ist gegenwärtig Forscherin an der Abteilung Bildende Kunst der Jan van Eyck Academie.


Kristina Inciuraite: Zones of Exception
Ausstellung 13.12. - 30.12.2005, Künstlerhaus Büchsenhausen
Künstlergespräch 10.12.2005, 11.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

„Kristina Inciuraites Videos präsentieren uns statische Bilder, die eine Art von sozialer Lähmung, Spannung und Ausschließung andeuten. Eine Bühne, die metonymisch die Bühne der Repräsentation selbst darstellt, bleibt immer leer oder, um es genauer zu sagen, wird bewusst geleert. Das spiegelt sich auf der sozio-politischen Ebene in den Veränderungen der ökonomischen Konstellationen wider – Orte, die im Zeitalter des Sozialismus wichtig waren, sind mittlerweile entweder verlassen oder wurden von anderen Ästhetiken oder Ideologien besetzt. […] Die Künstlerin spricht über einige davon ausgenommene Zonen [im heutigen Litauen], die, von der kapitalistischen Ideologie und Ordnung ausgeschlossen, an den Rand gedrängt sind. Diese Ausnahmezonen erscheinen seltsam vital, voller Emotion, Stimmen und Geräusche. Die Ästhetik der Ausnahmezonen wird durch das Thema Feminität vermittelt, obwohl Frauen bewusst nicht ins Bild gerückt werden. Diese doppelte Ausnahme verwandelt sich in einen absoluten Positivismus, der im Soundtrack / in der Stimme zum Ausdruck kommt, die die Kamera mit körperlicher Substanz erfüllt, ohne ihr eine ideologische Bedeutung aufzuzwingen.“ (Audrone Zukauskaite)

Kristina Inciuraite lebt in Vilnius. Ihre Videoarbeiten protokollieren und reflektieren soziale und psychologische Veränderungen in der litauischen Gesellschaft nach der Sowjetära, indem sie persönliche Erinnerungen zum Thema machen und Auffassungen von weiblicher Identität untersuchen.


ixi software: Lore / Composing Paper
Creating Creative Software: A Research into interaction patterns in computer music programming languages
Ausstellung 11.11. – 02.12.2005, Künstlerhaus Büchsenhausen
Projektpräsentation und Soundperformance:10.11.2005, 20.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

ixi software ist ein experimentelles Projekt von Enrike Hurtado (Bilbao) und Thor Magnusson (London), das sich mit der Erforschung der Möglichkeiten heutiger Open-Source Programmiersprachen für Computermusik beschäftigt, die es Musikern erlauben, jenen Zwängen zu entkommen, die kommerzielle Musik-Software auf ihre Arbeit ausübt. Ihre kollaborative Forschungsarbeit befasst sich mit Open-Source-Konzepten sowohl in Bezug auf die Kunst als auch im Bereich der generativen Software.

http://www.ixi-software.net


Meta Haven Research Group: Sealand Identity Project
Projektpräsentation
17.01.2006, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Das Design-Forschungsprojekt „Meta Haven” der Jan van Eyck Academie beschäftigt sich mit nationaler und territorialer Identität, mit Ikonographie, Politik und Geschichte. Anstatt direkten Einfluss auf die praktischen Aspekte visueller Kommunikation zu nehmen, gestaltet Meta Haven Modelle und mögliche Zukunftsperspektiven für Design. Das Schreiben von Essays und die Organisation von Konferenzen ist für diesen Ansatz ebenso wichtig wie der Entwurf tatsächlicher Vorschläge. Ausgangspunkt für das Projekt ist die Markenbildung der Principality of Sealand, einem Ministaat auf einer künstlichen Nordseeinsel unweit der Küste Großbritanniens, der nicht nur als kleinstes unabhängiges Land der Erde gelten möchte, sondern auch als Internet-„data haven“ für Geschäft und Vergnügen. Sealand, von Meta Haven als „Mainport to Imagination“ bezeichnet, ist eine experimentelle Nation, in der Vorstellungen von Identität, politischer Theorie, vernetzter Gesellschaft und Utopie aufeinander prallen.

Die Meta Haven Research Group bilden Tina Clausmeyer, Vinca Kruk, Adriaan Mellegers (Forscher der Abteilung Design an der Jan van Eyck Academie) und Daniel van der Velden (beratender Forscher der Abteilung Design und Initiator des Sealand Identity Project)

http://www.metahaven.net


Hinrich Sachs: Bildmonopole – Image Monopolies
Filmvorführung und Diskussion
02.12.2005, 19.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Nach einem Screening seiner aktuellen Produktion „Designing Truth“ diskutiert Hinrich Sachs mit dem Publikum Arbeitsweisen bildender Künstler/innen in Bezug auf andere gesellschaftlich präsente Bildproduktionen. „Designing Truth“ portraitiert den Biologen und Informatiker Ansgar Philippsen und untersucht die Entstehung wissenschaftlicher Bilder, die Grundlagen ihrer Interpretierbarkeit und die Auswirkungen der Visualisierung von Wissen auf das allgemeine Verständnis von Körper, Natur und Gesellschaft.

Hinrich Sachs lebt und arbeitet als Künstler und Schriftsteller in Basel. Er ist gegenwärtig beratender Forscher an der Abteilung für bildende Kunst der Jan van Eyck Academie.


Urtica Art and Media Research Group: Social Engine
Ausstellung: 11.11. – 02.12.2005, Künstlerhaus Büchsenhausen
Projektpräsentationen: 11.11.2005, 18.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Das Projekt Social Engine untersucht die Verbreitung kultureller Verhaltensmuster und ist als Online-Datenbank von „Memen“ angelegt. Es handelt sich dabei um Einheiten kultureller, übertragbarer Information, die an andere durch Imitation weitergegeben wird (Richard Dawkins). Da Meme nicht als universelle Codes verschlüsselt sind, unterliegen sie ständigen Variationen, d.h. den Ausdrucksmodalitäten verschiedener Benutzer. Meme-Träger sind textuelle und visuelle Einheiten, die emotional stark aufgeladen sind und hohen intersubjektiven Wert besitzen. Social Engine kann als Bühne betrachtet werden, auf der eine „Schlacht“ unter der Flagge einer bestimmten Idee geschlagen wird.

Urtica Art and Media Research Group (Eduard Balaz und Violeta Vojvodic), Novi Sad/Belgrad, entwickelt seit 1999 multidisziplinäre Projekte, die Kunst, Wissenschaft und soziales Engagement verschmelzen. Ihre Arbeit reicht von Internet-Projekten bis hin zu Medienaktionen und der Ausstrahlung von Kurzvideos im Fernsehen.

http://www.urtica.org


Alexander Vaindorf: Fallen out of the Cold
Ausstellung: 17.01. – 03.02.2006, Künstlerhaus Büchsenhausen
Künstlergespräch: 14.01.2006, 11.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Alexander Vaindorfs gegenwärtige Videos und Videoinstallationen beziehen ihr Material aus ausgedehnten Feldforschungen, die der Künstler innerhalb marginalisierter Gruppen in und aus der Ukraine an deren gemeinschaftlich genutzten Orten betreibt. Ukrainische Arbeitsmigrant/innen an ihrem sonntäglichen Treffpunkt im Parco di Resistenza in Rom; radioaktiv verstrahlte Tschernobyl- Kinder in ihrem einzigen Lebensraum Sanatorium; Menschen in einer Klinik, die sich einer speziellen Hypnotherapie unterziehen, um dadurch die Eliminierung psychischer Folgeschäden einer früheren Hypnose zu erreichen: Durch den Einsatz dokumentarischer Stilmittel und der Dekonstruktion medialer Erzählformate entwirft Vaindorf ein sozio-kognitives Befindlichkeitsbild der Gegenwart, dessen Relevanz über die Grenzen der untersuchten Zone hinausreicht.

Alexander Vaindorf lebt und arbeitet in Stockholm.

http://www.alexandervaindorf.com


Mona Vatamanu & Florin Tudor: The Trial
Ausstellung: 17.11. – 10.12.2005, Stadtturmgalerie
Künstlergespräch: 17.11.2005, 18.00, Stadtturmgalerie

Mona Vatamanu und Florin Tudor beschäftigen sich in ihrer langfristig angelegten künstlerischen Recherche mit Formen und Funktionen serieller (Wohn-)Architektur und der davon geprägten urbanen Lebensumgebung. Gleichermaßen in der Architektur- und Kunstszene verwurzelt, gilt das Interesse von Vatamanu & Tudor der Dokumentation und der künstlerischen Aufarbeitung modernistischer – und damit auch postkommunistischer – Architektur der Nachkriegszeit, deren gebaute Präsenz heute weiterhin das Leben von Millionen von Menschen prägt und strukturiert. Die Ausstellung präsentiert neue Arbeiten, die diesbezügliche visuelle Recherchen in Österreich, Rumänien und Norwegen mit autobiografischen Reflexionen verbinden.

Mona Vatamanu und Florin Tudor leben in Bukarest.

http://www.exapes.org


Stevan Vukovic: Art System in Belgrade – An experiment in action research
Projektpräsentation und Vortrag
19.11.2005, 16.00, Künstlerhaus Büchsenhausen

Dieses Projekt ist ein Versuch, alle Agenten des Erkennens, der Artikulation und der Bewerbung experimenteller Gegenwartskunst sowie deren materielle, institutionelle und theoretische Unterstützung in Belgrad zu systematisieren. Hauptziel ist es, die Segmente des Systems zu kartografieren und zu zeigen, wie diese Segmente bei der Bildung von Paradigmen und Vorgehensweisen interagieren. Die Untersuchung stellt aktive Recherche vor Ort dar und beinhaltet sowohl aktive Reflexion als auch kreatives Formatieren der Resultate.

Stevan Vukovic ist Autor, Kurator und Projekt-Manager in Belgrad. Unter anderem ist er Kurator für visuelle Kunst am SKC Belgrad und Mitbegründer der „School of Missing Studies“.

http://www.skc.org.yu




© 2005
Autor/innen

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