logo_buchsenhausen.gif

Bullet5 Aktuell
Bullet5 Künstlerhaus
Bullet5 Labor
Bullet5 Fellowship-Programm
Bullet5 Fellows
Bullet5 Tiroler KünstlerInnen
Bullet5 Büchs’n’Books
Bullet5 Büchs’n’Radio
Bullet5 Kontakt
Bullet5 Facebook
Bullet5 Twitter
Bullet5 Links
Bullet5 Suche
Bullet5 English
logo_kuenstlerschaft.gif
Labor: Events 2003 - 2006

Julia Wallnöfer: Good Days - The History of Freedom

Visiting Artists #1
Uraufführung und Diskussion
Fr 22.10.2004, 20.00

Im Vorfeld der US-Wahlen am 2. November 2004 zeigt das Künstlerhaus Büchsenhausen in einer Uraufführung den Kurzfilm good days - the history of freedom der jungen, aus Innsbruck stammenden Filmemacherin Julia Wallnöfer:


good days – the history of freedom
ein Kurzfilm von Julia Wallnöfer

Von 20. März bis 1. Mai 2003 herrschte medialer Ausnahmezustand - Kriegsberichterstattung aus dem Irak nonstop auf allen TV-Kanälen, und das in einer im Nachrichtenfernsehen nie zuvor gekannten Ästhetik, durchkomponiert bis ins kleinste Detail: Reporter als „embedded journalists“ wie Hollywood Stars in einer Inszenierung des neuesten Kriegsfilm- Blockbusters aus der kalifornischen Traumfabrik. Echte Soldaten als Statisten in Kameragerechten Heldenszenen der „Befreiung“ Iraks. Und zwischendrin, abseits der „breaking news“, zur zweifelhaften Abwechslung, jede menge alte Kriegsfilme und neue Musikvideos, in deren Zentrum - wie könnte es anders sein – ebenfalls der Krieg stand.

Die Skurrilität dieser Kriegswelt im alltäglichen Fernsehen ist Inhalt des Kurzfilms good days – the history of freedom von Julia Wallnöfer. Der Filmtitel zitiert George W. Bush aus einer Ansprache zur Lage im Irakkrieg. Das filmische Rohmaterial stammt aus dem TV-Programm dieser wenigen Wochen Krieg bis zu jenem denkwürdigen Tag, dem 1. Mai 2003, an dem der amerikanische Präsident als "top gun"- Pilot auf einem Flugzeugträger landet und das ende des "Hauptkampfes" verkündet. Damit beginnt in Wirklichkeit ein neues Kapitel in der Geschichte dieses Krieges, in dem er zum echten Terrorkrieg mutiert. Bombenanschläge, Okkupation und Foltergefängnisse sind die bereits bekannten Konsequenzen, deren Aktualität bis heute leider um nichts eingebüßt hat.

Der Film selbst endet lange davor, doch in den stilisierten Szenen aus der Anfangszeit des Krieges spiegelt sich bereits die heutige Realität im Irak wieder. Durch ästhetische Normen geprägte Kamerabilder wurden vom Bildschirm abgefilmt und durch den persönlichen Blick noch einmal verfremdet. 42 tage zapping durch die Medienlandschaft, voll schreiender Propaganda, aber auch leiser Momente im Visier des Kameraobjektivs, zusammengeschnitten auf knapp 20 Minuten Film. eine Dokumentation, die in sich genauso viel Fiktion darstellt, wie jeder Kinofilm. und trotzdem ein Stück Realität, das sich erst in unseren köpfen zu einem scheinbar stimmigen ganzen zusammensetzen lässt.

good days – the history of freedom wird im Künstlerhaus Büchsenhausen uraufgeführt. Im Anschluß Diskussion.


Julia Wallnöfer, Studium der Kunstgeschichte in Innsbruck, freie Journalistin und Filmemacherin. Mitbegründerin und Redakteurin von zzapp.tv (internet-tv, 2001). Seit 2003 zahlreiche Beiträge für das deutsche Fernsehen (3sat und zdf).


.
hp04wallnfer01.jpg