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Labor: Events 2007 - 2009

Remember Resistance: Doppelprojektion Casablanca

Kommentierte Filmausschnitte
Di 30.09.2008, 19.00

Remember Resistance interessiert sich für die Hintergründe des bekannten Filmklassikers und versucht den Schauplatz Casablanca genauer in den Blick zu nehmen, als „Knotenpunkt der Migration“ im Faschismus und der Gegenwart und als Projektionsfläche manigfaltiger Phantasien.

So wird Humphrey Bogarts Rolle des aus den USA nach Marokko abgewanderten kleinkriminellen Caféhaus-Besitzers Rick historisch ausgemalt: Er war zuvor Widerstandskämpfer im spanischen Bürgerkrieg und antikolonialer Waffenhändler für Äthiopien im Kampf gegen Italien.

Der Spielfilm „Casablanca“ ist historisch verortet in der nordmarokkanischen Hafenstadt Tanger als Transitzone zwischen (Nazi-)Europa, den noch nicht besetzten Teilen Portugals und den USA als Fluchtpunkt für europäische MigrantInnen. Nach dem Erfolg des Hollywood-Remakes „Algiers“ klang den Werbestrategen der Warner-Studios der Filmtitel „Casablanca“ attraktiver als „Tanger“.

Auf der Filmklappe der vom Staat kontrollierten Kriegsproduktion steht noch „Casa Blanca“, also „Weißes Haus“ – eine Verkopplung der hell gestrichenen Hausfassaden in Nordafrika mit dem US-Regierungsitz in Washington. Letztlich ist der Film – bis auf wenige Außenaufnahmen auf einem Luftwaffenstützpunkt – in den Warner-Studios in Los Angeles gedreht worden. Die Vorbild gebende Stadt Casablanca heißt seit ihrer Entkolonialisierung in Wirklichkeit Dar-el-Beida. „Casablanca“ ist somit eine vielfache Projektion – der Film erinnert daran, daß der Zweite Weltkrieg nicht zuletzt in der kolonisierten Welt stattfand.

Eine Veranstaltung in der Reihe DEUTSCHLAND TRAIT D'UNION KAMERUN von Brigitta Kuster.


Remember Resistance (Jochen Becker, Julien Enoka-Ayemba, Sonja Hohenbild, Brigitta Kuster)

Aus Anlaß der ‚Anticolonial Africa Conference Berlin 2004’ gründete sich die Filmgruppe Remember Resistance im Frühjahr 2004. Mit kommentierten Film- und Vortragsprogrammen in Berlin (Kino Arsenal, Prater der Volksbühne, Alte Feuerwache, Galerie Nord, Globale), in den Flüchtlingsheimen Henningsdorf und Rathenow, der Shedhalle Zürich, HGB Leipzig, Kunstverein Wolfsburg sowie in Paris, Innsbruck, Salzburg, Bozen und Stuttgart legt RemRes den Fokus auf Filme afrikanischer Regisseure, deutsche Kolonialgeschichte sowie Fragen der Entkolonialisierung und der Migrationsbewegungen. Die Kommentierung der Filme dient ihrem Hintergrund. Und stellt die Arbeiten zur Diskussion.



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